Das Evaluationsverfahren (2018–2026)

Die Rolle des Evaluationsverfahrens im integrierten Evaluationskonzept der Universität Zürich

Im 3. Evaluationszyklus bildet das Evaluationsverfahren (EVAL) zusammen mit dem Bereich Akademische Führung (Academic Development and Leadership; ADL) und dem Qualitätsmanagement Studium und Lehre (QMSL) ein integriertes Evaluationskonzept. Dieses ist Teil des Systems zur Strategie- und Qualitätsentwicklung der Universität Zürich (§ 1 Evaluationsreglement; Abbildung 1).

Strategie- und Qualitätsenwicklungsprozesse der UZH im 3. Zyklus

 

Abbildung 1: Strategie- und Qualitätsentwicklungsprozesse der UZH im 3. Zyklus

Die Universitätsleitung ist für die Bereiche ADL und QMSL zuständig und gewährleistet die Koordination mit dem von der Evaluationsstelle durchgeführten Evaluationsverfahren (§ 1 ER). Die Koordination erfolgt u.a. durch die neuen Instrumente der Strategie- und Entwicklungsgespräche (SEG), welche sowohl zwischen den Fakultäten und den evaluierten Einheiten als auch zwischen der Universitätsleitung und den Fakultäten geführt werden. In diese Gespräche fliessen u.a. die Ergebnisse der Evaluationen und der Qualitätsprozesse des Bereichs Studium und Lehre ein. Damit stellt das Evaluationskonzept sicher, dass die Kreisläufe der Qualitätsentwicklung auf allen Stufen ineinander greifen, geschlossen werden und das organisationale Lernen unterstützt wird.

Wichtigste Neuerungen im 3. Zyklus (2018–2026)

Gegenüber dem 1. und 2. Zyklus (2001 bis 2018) erfolgt eine stärkere Ausrichtung des Evaluationsverfahrens an den Führungsprozessen, an den strategischen Grundsätzen und an den Entwicklungsplänen der Universitätsleitung, der Fakultäten und der evaluierten Einheiten. Damit rückt die Zukunftsorientierung sowie die Diskussion und Beurteilung von Massnahmen zur Erreichung der Entwicklungsziele in den Vordergrund.

Ferner ist im 3. Zyklus eine flexible Anpassung des Evaluationsverfahrens an die jeweilig wichtigen Fragestellungen möglich. Zudem können neben Organisationseinheiten auch organisationsübergreifende Themenbereiche – wie z.B. die Organisation der IT-Betreuung – Evaluationsgegenstand sein. Im Weiteren können neben fachnahen Peers auch Peers für konkrete Fragestellungen (z.B. für Verwaltung, PhD-Programme) und externe Stakeholder vorgeschlagen werden. Neben Site-Visits (Vor-Ort-Besuche von externen Expertinnen und Experten), die den Standard darstellen, sind auch Modalitäten möglich wie z.B. eine schriftliche Begutachtung oder Workshops.

Die zukunftsorientierte Ausrichtung und die offenere Gestaltung des Evaluationsverfahrens sowie eine zeitnahe Diskussion über die Umsetzung der Evaluationsergebnisse zielen darauf ab, den Nutzen von Evaluationen zu steigern. Allerdings birgt die Flexibilisierung die Gefahr, dass der Aufwand erhöht wird. Um dies weitest möglich zu verhindern und um den Aufwand-Nutzen von Evaluationen zu optimieren, ist die Evaluationsstelle gerade in der Pilotphase (Herbstsemester 2018 bis Herbstsemester 2019) auf einen intensiven Informationsaustausch zwischen Universitäts-, Fakultätsleitungen und den evaluierten Einheiten angewiesen.

Prozessschritte des Evaluationsverfahrens

Die Universitätsleitung erstellt in Zusammenarbeit mit der Evaluationsstelle und den Fakultätsleitungen einen Rahmenplan sowie eine jährliche Detailplanung. Rahmen- und Detailplan werden dem Universitätsrat zur Genehmigung vorgelegt. Der Rahmenplan legt die zeitliche Abfolge der Evaluationen fest und umfasst alle Einheiten der Universität. Im Rahmen der Detailplanung können prioritäre Anliegen und aktuelle Fragestellungen in bereits geplante Evaluationen oder neu durchzuführende Evaluationen eingebracht werden. Abbildung 2 zeigt die einzelnen Schritte des Evaluationsverfahrens.

Grafik Evaluationsverfahren

Abbildung 2: Das Evaluationsverfahren (Medizinische Fakultät) im 3. Zyklus


In der Evaluationsvereinbarung werden die Evaluationsfragestellungen, Anforderungen an die externen Expertinnen und Experten etc. festgelegt, und zwar durch die Fakultäts- oder/und die Universitätsleitung in Zusammenarbeit mit der Evaluationsstelle und der evaluierten Einheit (§ 8 Evaluationsreglement). Eine Reflexion über die vereinbarten Evaluationsgegenstände und -fragen erfolgt im Evaluationsdossier durch die evaluierte Einheit (§ 13 ER). Dieses Dossier dient den externen Expertinnen und Experten zur Vorbereitung auf ihren Vor-Ort-Besuch. Der im Anschluss an den Vor-Ort-Besuch verfasste schriftliche Expertenbericht (§ 14 ER) fokussiert – wie das Evaluationsdossier – auf die strategischen Grundsätze und Entwicklungspläne bzw. auf die in der Evaluationsvereinbarung festgelegten Evaluationsgegenstände und -fragen. Die Evaluierten können zum Expertenbericht Stellung nehmen (§ 14 ER). Zeitnah zum Expertenbericht erstellt die Evaluationsstelle eine Liste von Empfehlungen (§ 15 ER). Diese Liste dient zusammen mit den übrigen Evaluationsdokumenten als Basis für die Strategie- und Entwicklungsgespräche (SEG) zwischen der evaluierten Einheit und der Fakultätsleitung. Im Rahmen dieser Gespräche erfolgt die Massnahmenvereinbarung und in einem darauf folgenden Gespräch – ca. zwei Jahre nach der Festlegung der Massnahmen – das Monitoring, d.h. die Überprüfung der Umsetzung der Massnahmen (§ 17 ER).